storytelling

Es läuft immer auf die gleiche Frage hinaus: “Was sollen wir zeigen?” Dabei wäre die angemessene Frage: “Wozu zeigen wir etwas?” “Um zu verkaufen!”, lautet die so triviale, wie unzulängliche Antwort. Die richtige Antwort müsste lauten:

“Wir kommunizieren, um Rezipienten zu ermöglichen, Entscheidungen zu treffen und zu Handlungen anzuregen, die unsere Unternehmensziele begünstigen!”

Und schon ist klar, dass die Sache lange nicht so trivial ist, wie sie vielleicht ausgesehen hat. Bilder sagen nicht mehr als tausend Worte. Sie sagen es anders! Aber was “alles” sagen denn Bilder nun eigentlich?

Bilder richten sich auf mehreren Ebenen an unsere Wahrnehmung: Was ein Bild zeigt, ist leicht zu diskutieren, das Wie ist jedoch das Essentielle, denn es gibt Aufschluss über die Absicht dessen, der das Bild zeigt. Es gibt Aufschluss über das Wozu! Und das Wozu ist nichts anderes als der Sinn, den wir suchen.

Angenommen, Sie begegnen jemandem zum ersten Mal und dieser Mensch hat nichts eiligeres zu tun, als Ihnen seine Besitztümer zu zeigen – Sie kennen die Line: “Mein Haus, mein Auto, mein Boot.” -, werden Sie ziemlich schnell genervt oder, schlimmer noch, gelangweilt sein. Wenn Sie dieselben Informationen im fortlaufenden und interessanten Gespräch erhalten, quasi auf Ihr eigenes Interesse hin, dann sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auf die Frage, was von ihrem Unternehmen gezeigt werden muss, werden vermutlich nicht wenige antworten: “Halle 1 mit Maschinen A und B – Halle 2 und die Produkte X, Y, Z – Maschinen C, D, E – die Konstruktionsabteilung, die Qualtätskontrolle, die Service- und die Vertriebsmitarbeiter. Und wir brauchen noch was grünes für die Ökologie.”

Auf die Idee, scheinbar ganz beiläufige Dinge zu zeigen, um deutlich werden zu lassen, dass ihr Anspruch durch das ganze Unternehmen bis in diese Nebensächlichkeiten absolut konsistent und selbstverständlich ist, werden nur die Allerwenigsten kommen. Das ist interessant, was zu eigenem Denken anregt. Nebensächlichkeiten sind interessant.

Zeige ich ein Bild, um zu idealisieren, um ein Versprechen abzugeben, oder um meinen Respekt auszudrücken. Dekoriere ich einen Traktor mit einer feschen Dirndlmagd, deren barocke Maniküre sie bestenfalls als Steuerfachgehilfin ausweist, weil ich glaube, dass Bauern solch einen Scheunenporno sehen wollen, oder zeige ich einen Bauern auf dem Feld bei der Kaffeepause im Sonnenaufgang, weil genau das die Arbeit eines Bauern ist. Natürlich kann man argumentieren: “Seine Arbeit sieht der Bauer doch ohnehin jeden Tag!”, aber man könnte sich auch fragen, mit welchen Motiven sich eben dieser Bauer ernst genommen und wertgeschätzt fühlt.

Es geht also um die Geschichte, die den Informationen ein Zuhause gibt.

Eines jedoch ist sicher: ”Wenn Sie sich ruhig verhalten, wird nichts geschehen!”